Thomas Sterna   -   Videoinstallationen und Performances

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Schiefe Ebene
2003, Interaktive Computerinstallation
"Ins Licht gerückt", Kunstverein Aschaffenburg

Aufbau:
1 Computer Monitor, 1 Laptop, 1 Aktivlautsprecher, 1 Joystick mit Bleigewicht als Lot, 1 Videokamera, verzinkte Stahl-Plattform mit Holzauflage (300 x 400 cm), 1 Aluminium Halbschale (Durchmesser: 100 cm, Höhe: 40 cm), ein auf der Plattform fixierter Holzsockel.



Konzept:
In der Mitte des Raumes befindet sich eine Stahlkonstruktion auf vier Füßen, die sich nach oben hin verjüngt und auf deren Spitze sich eine 350 x 450 cm große Plattform befindet, Auf der einen Seite der Plattform steht ein 160 cm hoher Sockel, auf dem ein großer Monitor fest verankert ist, während die andere, leere Seite von einer Lichtquelle bespielt wird.
Die Plattform ist nach allen Seiten hin beweglich konstruiert und ähnelt einer Wippschaukel mit erweitertem Spielraum.
In der Ruhelage sitzt die Seitenkante mit dem Monitor unten auf dem Boden auf, die unbelastete Seite steht ca. ein Meter hoch ab, und der Betrachter kann diese schiefe Ebene betreten. Bereits bei der ersten Berührung erscheint auf dem Monitor ein sprechender Mund. Während man sich auf dem wackeligen Untergrund langsam seinen Weg bahnt, um die Ebene auszutarieren, wird immer deutlicher, daß die gleichmäßige Stimme einen von Sorgen und Ängsten durchzogenen Monolog an den Akteur richtet. Es sind Sätze, die die Leistungsfähigkeit desjenigen, der diese Plattform betritt, rhetorisch in Frage stellen. Innere Stimmen, die man normalerweise im Kopf hat werden sozusagen nach außen verlagert und offengelegt.
Je mehr der handelnde Betrachter es schafft, eine Stabilität auf der Ebene herzustellen, sie in ein Gleichgewicht zu bringen, um so mehr verschwinden die Stimmen und deren Abbild, der Mund. An ihre Stelle tritt das eigene Abbild, das durch eine kaum wahrnehmbare kleine Kamera, die mittig auf der Oberseite des Monitors befestigt ist, gefilmt wird. Über den Jonglierakt der Gleichgewichtsfindung kann der Besucher dieses Szenario stoppen, die Beschallung wird aufgehoben und symbolisch wird aufgezeigt, daß der innere Kreislauf über die eigene Aktivität
unterbrochen, der Kampf mit dem inneren Zensor gewonnen werden kann.
Das innere Gleichgewicht findet eine Entsprechung im mit sich selbst zur Deckung zu kommen. Dies gelingt jedoch nur kurz, denn sobald man sich bewegt, d.h. die Ebene wieder aus dem Lot gerät, verschwindet das virtuelle Spiegelbild, und alles beginnt wieder von vorne.
   
Katalogtext:  
   
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