Thomas Sterna   -   Videoinstallationen und Performances

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Zimmer mit Aussicht
Meran 2008, Performance zusammen mit Vollrad Kutscher (Frankfurt) auf dem Pulverturm Meran im Rahmen des Festivals :Summervisions, Dauer der Aktion: 90 Min. 3 Videokameras, verzinkte Stahl-Plattform mit Holzauflage (300 x 400 cm), 1 Stahl Halbschale (Durchmesser : 100 cm, Höhe: 40 cm), ein Tisch, zwei Stühle, Leinwand als Tischdecke, Farbstifte, Geschirr, Monitor, kleine Küche.
Auf dem Meraner Pulverturm wurde auf Höhe der Zinnen eine Plattform installiert, die auf einer Halbkugel ruhte. Die Plattform wurde ergänzt durch eine Stahlrohrzeichenung die ausgehend vom Grundmaß der Fläche einen virtuellen Raum skizzierte (Masse: 400 x 300 x250 cm) in dem sich die Performer am 27.06.08 zu einem “Arbeitsessen” trafen. Die Gänge des Menüs stellte der Slow Food Koch Ivo de Pellegrin vor Ort in einer kleinen improvisierten Küche her. Die Tischdecke für das Mahl bildete eine vorgrundierte Leinwand, auf der die Künstler während des Essens ihre Eindrücke aufzeichneten. Daneben gab es eine Videokamera auf dem Tisch, die mit einem Monitor unter der Plattform verknüpft war, sodass auch die Besucher etwas von dem mitbekamen, was sich auf dem Esstisch abspielte. Die Aktion wurde mit drei Video-Kameras aufgenommen und später zu einem zehn Minuten langen Kurzfilm verdichtet. Tisch, Stühle und virtueller Raum wurden nach der Performance zwei Wochen lang zusammen mit dem zehnminütigen Dokumentationsband präsentiert.



Performance-Equipment:
3 Videokameras, verzinkte Stahl-Plattform mit Holzauflage (300 x 400 cm), 1 Stahl Halbschale (Durchmesser : 100 cm, Höhe: 40 cm), ein Tisch, zwei Stühle, Leinwand als Tischdecke, Farbstifte, Geschirr, Monitor, kleine Küche.

Allgemeine Gedanken zum Projekt “Zimmer mit Aussicht”
Am Anfang der Arbeit stand eine Anfrage des Meraner Kurators Harry Reich, ob ich, im Rahmen des Projektes Summervisions 2008, Interesse hätte auf dem mittelalterlichen “Pulverturm” oberhalb von Meran eine Arbeit zu zeigen. Zunächst dachte ich in diesem Zusammenhang daran eine Verbindung herzustellen zwischen meinem neu angemieteten Atelierraum in der Meraner Altstadt und der Aussichtsplattform des Turmes. Ich wollte im Atelier eine Aktion mit meiner Kippplattform durchführen und zeitgleich Bilder dieser Aktion direkt auf den Pulverturm übertragen. Doch der technische Aufwand für eine solche Übertragung erwies sich als zu groß und als finanziell zu aufwendig. Ich entschied deshalb mich nach einigem Hin und Her für die Einheit von Ort und Zeit und beschloss, den virtuellen Kippraum direkt auf dem Turm aufzubauen. Das Problem dabei war, dass der Turm keinen Kern besitzt, d.h. eigentlich nur aus Randmauern besteht. Die Voraussetzung für die Installation der Plattform war die Errichtung eines Podestes, das zugleich billig war und genug Stabilität besaß, um etwa eine Tonne Gewicht zu halten, die sich durch die Metallhalbschale auf einem Punkt in der Mitte konzentriert. Mit vereinten Kräften gelang es diese, auch statisch komplexe Herausforderung zu meistern.
Das “Zimmer mit Aussicht” ist für mich ein Bild für meine Sehnsucht nach Freiheit.
Es verweist zugleich auf die prekäre Situation des Künstlers in Südtirol, der, wenn er nicht entsprechende Rücklagen besitzt unter dem Druck eines, durch den Tourismus völlig überteuerten Wohnungs- und Gewerberaum Marktes nur schwer finanzierbaren Arbeitsraum findet. Der Platz auf dem alten Turm als temporärer Treffpunkt und Atelier, dachte ich, könnte ein Ort der Inspiration sein und zugleich, da er weithin sichtbar ist, auch ein ungewöhnliches Zeichen für diese schwierige Situation der Künstler vor Ort. Insofern war es nahe liegend die Plattform nach deren Installation auch zu einer Performance zu nutzen. Ich entschied mich für die Form eines Arbeitsessens, zu dem ich einen Kollegen aus Deutschland einlud, sowie einen jungen Meraner Koch, der für das Essen zuständig sein sollte und zwei Kellnerinnen, die uns das Essen servieren sollten. Die verschiedenen Gänge, so meine Überlegung, schaffen, ähnlich wie bei einer Musikkomposition eine zeitliche Grundstruktur, die den Rahmen für die Aktion bildet.
Eine Performance funktioniert ähnlich wie eine Jazz Improvisation. Man verabredet gewisse Rahmenbedingungen und springt danach gemeinsam ins kalte Wasser. Unsere Rahmenbedingungen bzw. Verabredungen lauteten folgendermaßen:
Wir treffen uns auf der Plattform, nehmen gemeinsam vier Gänge ein und wandern nach jedem Gang mit unserem Stuhl im Uhrzeigersinn zur nächsten Tischseite und zeichnen und malen in den Essenspausen auf unserer aus Leinwand bestehenden Tischdecke. Außerdem gab es auf dem Tisch eine Videokamera, mit der wir uns gegenseitig während der Aktion aufnahmen. Am Ende der Performance sollte ein etwa 10 Minuten langer Video stehen, der, die Höhepunkte der Aktion filmisch zusammenfasste.

Presse:

 
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